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Wurde das Wild morgens verletzt, so erfolgt die Nachsuche mittags.
Diese Wartezeit ist erforderlich, damit das verletzte Tier einen geeigneten Platz aufsuchen kann, um sich “einzuschieben”.
Desweiteren ist der Effekt des Krankwerdens (Wundfieber) erwünscht.
Außerdem bildet sich erst nach einigen Stunden die Krankwitterung der Fährte, die sich dadurch für den trainierten Hund deutlich
erkennbar von selbstverständlich auch vorhandenen gesunden Fährten unterscheidet.
Der Ablauf der Nachsuche gestaltet sich, indem der Hund in unmittelbarer Nähe der Stelle abgelegt wird (der Hund setzt oder legt sich), an der sich das Wild aufhielt, als es verletzt wurde.
Der Hundeführer nimmt zunächst allein diesen Bereich in Augenschein, um eventuell Anzeichen zu finden, die Aufschluss geben, um
welche Art der Verletzung es sich handeln könnte. Dieses Wissen ist vorteilhaft, um gegebenenfalls die richtigen Schlüsse für oder aus der Nachsuche zu ziehen.
Nach diesem ersten Bild wird der sich an einer ca. 10 Meter langen Leine befindende Hund zur Suche aufgefordert.
Der erfahrene Hund arbeitet nun diese “kranke Fährte”, alle gesunden Fährten ignorierend, bis zum verendeten Tier.
Sollte das Tier noch leben, so wird es in aller Regel, wenn der Hund und sein Führer in den Bereich kommen, in dem es sich
niedergetan (hingelegt) hatte, flüchten.
In diesem Fall wird der Hundeführer durch Finden des “Wundbettes” und am Verhalten seines Hundes feststellen, dass es geflüchtet ist
und seinen Hund von Halsung und Leine lösen.
Sobald der Hund das Tier eingeholt hat, wird er es durch Umkreisen und Verbellen stellen. Dadurch erhält der Schweißhundführer die
Möglichkeit zur ersten und letzten Hilfe, der Fangschuss-Abgabe.
Das Tier gehört nun demjenigen Jagdpächter, in dessen Revier der Fangschuss abgegeben wurde.
Der Nachsuchen-Ablauf kann sich aber auch so gestalten, dass die Erkenntnis gewonnen wird, dass keine ernsthafte Verletzung vorliegt.
In diesem Fall wird die Suche nach einer angemessenen Länge abgebrochen.
Das Spektrum der Länge von Nachsuchen reicht von wenigen Metern bis zu vielen Kilometern.
Erfahrene Hunde sind durchaus in der Lage, noch zwei oder drei Tage alte Fährten zu arbeiten.
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